Vier Wochen Brasilien: Auf den Spuren der Capoeira von Rio bis Olinda
Aktualisiert: 30. Sept.
Vier Wochen Brasilien. Vier Wochen voller Capoeira, Musik, Begegnungen und unvergesslicher Eindrücke.
Mestre Dede und Instrutora Porcelana - In Olinda Mestre Boa Gente und Instrutora Porcelana - Pelorinho Mestre Bamba und Instrutora Porcelana in der Academia Mestre Bamba Encontro Dos Amigos - Arte Nacional, Liberdade Cultural, Mestre Bamba Berimbau Stunde mit Mestre Nenel
Im August 2026 machten wir uns auf den Weg nach Brasilien. Unsere Reise führte uns von Rio de Janeiro über Itacaré und Salvador da Bahia bis nach Olinda. Je weiter wir nach Norden kamen, desto mehr wurde aus einer Reise eine persönliche Reise zu den Wurzeln der Capoeira.
Für uns war Brasilien weit mehr als ein Reiseziel. Wir wollten die Orte kennenlernen, aus denen die Capoeira kommt, mit Menschen trainieren, von Mestres lernen und verstehen, was hinter den Bewegungen, der Musik und den Rodas steckt.
Als Arte Nacional Capoeira Ravensburg und mit unserer Verbindung zu Mestre Dede in Stuttgart war es für uns eine besondere Gelegenheit, Capoeira dort zu erleben, wo ihre Geschichte und ihre Traditionen bis heute lebendig sind.
Warum sind wir für Capoeira nach Brasilien gereist?
Brasilien ist die Heimat der Capoeira. Für uns als Capoeiristas aus Stuttgart und Ravensburg war die Reise deshalb eine Möglichkeit, die Kultur und Geschichte hinter unserem Training unmittelbar kennenzulernen.
Wir wollten nicht nur trainieren, sondern verstehen, woher die Bewegungen, die Musik, die Instrumente und die Traditionen kommen.
Vor allem wollten wir Menschen begegnen, die Capoeira seit vielen Jahren leben und weitergeben.
Was haben wir auf unserer Capoeira-Reise durch Brasilien erlebt?
Unsere Reise führte uns durch mehrere wichtige Regionen und Orte:
Rio de Janeiro – der Ausgangspunkt unserer Reise
Itacaré – Capoeira, Meer und tropische Küste
Salvador da Bahia – ein zentraler Ort der Capoeira-Geschichte
Olinda – die Heimat und die persönlichen Capoeira-Wurzeln unseres Mestres Dedé
Dabei erlebten wir Capoeira in Academias, auf der Straße und in traditionellen Rodas.
Rio de Janeiro: Wo unsere Reise durch Brasilien begann
Unsere Reise begann in Rio de Janeiro.
Schon hier erlebten wir die besondere Mischung, die Brasilien so einzigartig macht: Großstadt, Strand, Musik, Bewegung und eine Kultur, die nicht nur in Museen und Sehenswürdigkeiten zu finden ist, sondern vor allem im Alltag und auf der Straße.
Von Rio ging es weiter Richtung Norden. Mit jedem neuen Ort veränderte sich die Landschaft – und auch unsere Begegnungen mit der Capoeira wurden intensiver.
Itacaré: Wo kann man Capoeira am Meer erleben?
Eine besondere Station unserer Reise war Itacaré an der Küste Bahias.
Zwischen tropischer Landschaft, Meer und dem entspannten Leben der Küstenstadt konnten wir bei Filhos de Zumbi trainieren und Mestre Peroá kennenlernen.
Dabei wurde uns einmal mehr bewusst, dass Capoeira weit mehr ist als eine Abfolge von Bewegungen. Training, Musik, Gemeinschaft und Geschichte gehören untrennbar zusammen.
Nach dem Training blieb Zeit für Gespräche und Begegnungen – und natürlich dafür, die besondere Atmosphäre von Itacaré auf uns wirken zu lassen.
Diese Verbindung von Bewegung, Musik und Gemeinschaft ist auch ein wichtiger Teil dessen, was wir beim Capoeira in Stuttgart und Ravensburg vermitteln möchten.
Salvador da Bahia: Warum ist Salvador so wichtig für die Geschichte der Capoeira?
Von Itacaré führte unser Weg weiter nach Salvador da Bahia.
Salvador ist eng mit der Geschichte und Entwicklung der Capoeira verbunden. Gemeinsam mit einer befreundeten Gruppe aus München, Liberdade Cultural, konnten wir besondere Orte besuchen und Menschen kennenlernen, die Capoeira bis heute leben und weitergeben.
Ein Höhepunkt war der Besuch der legendären Academia von Mestre Bamba im Pelourinho.
Dort zu trainieren und diese besondere Atmosphäre selbst zu erleben, war für uns ein unvergesslicher Moment.
Was macht den Pelourinho für Capoeiristas so besonders?
Der Pelourinho ist einer der Orte, an denen sich Geschichte, Musik, Kultur und Capoeira unmittelbar miteinander verbinden.
Dass diese Geschichte bis heute auf den Straßen lebendig ist, konnten wir selbst erleben.
Welche berühmten Capoeira-Mestres haben wir in Salvador getroffen?
Eine besonders überraschende Begegnung hatten wir mit Mestre Boa Gente.
Gemeinsam mit befreundeten Capoeiristas aus Pforzheim und Schwäbisch Hall trafen wir ihn zufällig auf der Straße.
Der bekannte Mestre ließ es sich sogar nicht nehmen, gemeinsam mit mir zu einigen Straßenmusikern zu tanzen.
Solche spontanen Begegnungen sind es, die eine Capoeira-Reise so besonders machen. Man plant sie nicht – sie passieren mitten auf der Straße, mitten im Leben.
Wer ist Mestre Nenel?
Mestre Nenel, der Sohn des legendären Mestre Bimba, ist eine wichtige Persönlichkeit in der heutigen Capoeira Regional und eng mit der Bewahrung und Weitergabe des Erbes seines Vaters verbunden.
Für uns bei Arte Nacional Capoeira Stuttgart ist Mestre Nenel dabei kein unbekannter Name. Unsere Verbindung zu ihm reicht bereits viele Jahre zurück. Seit 2006 haben immer wieder Schülerinnen und Schüler von Arte Nacional Mestre Nenel in Brasilien besucht, um bei ihm zu trainieren und mehr über die Capoeira-Tradition zu lernen.
Auch Mestre Nenel war bereits mehrmals zu Gast in Stuttgart. Dadurch ist über die Jahre eine persönliche Verbindung entstanden, die weit über einzelne Trainings oder Workshops hinausgeht.
Umso besonderer war es für uns, während unserer Brasilienreise erneut Zeit mit Mestre Nenel verbringen zu können. In der Academia Filhos de Bimba erhielten wir eine private Berimbau-Stunde und konnten dabei noch einmal intensiv in die musikalische Seite der Capoeira eintauchen.
Das Berimbau ist weit mehr als ein Instrument, das eine Roda begleitet. Sein Klang bestimmt den musikalischen Rahmen, gibt Impulse für das Spiel und trägt einen wesentlichen Teil der Tradition der Capoeira.
Die Begegnung mit Mestre Nenel war für uns deshalb nicht nur eine Unterrichtsstunde, sondern auch eine Verbindung zwischen unserer langjährigen Capoeira-Geschichte in Stuttgart und den Wurzeln der Capoeira in Brasilien.
Olinda: Wo liegen die Capoeira-Wurzeln von Mestre Dedé?
Unser Weg führte uns schließlich weiter nach Olinda in Pernambuco.
Hier bekam unsere Reise eine besonders persönliche Bedeutung.
Gemeinsam mit unserem Mestre Dedé, dem Gründer von Arte Nacional Capoeira, konnten wir seine Capoeira-Heimat und seine persönlichen Wurzeln kennenlernen.
Wir wurden von seiner Familie herzlich aufgenommen und bekamen dadurch einen ganz besonderen Einblick in seine Geschichte.
Geschichten, die wir bisher nur aus Erzählungen kannten, wurden plötzlich greifbar. Wir standen an den Orten, mit denen die persönliche Capoeira-Geschichte unseres Mestres
Was hat der ehemalige Sklavenmarkt mit der Geschichte von Mestre Dedé zu tun?
Ein besonders bewegender Moment war der Besuch des ehemaligen Sklavenmarktes, an dem Mestre Dedé einst seine Corda erhalten hatte.
Dort selbst zu spielen, war für uns ein sehr intensiver Moment.
Capoeira verbindet Vergangenheit und Gegenwart auf einzigartige Weise. An einem historischen Ort zu stehen und gleichzeitig selbst Teil einer Roda zu sein, lässt Geschichte noch einmal ganz anders spürbar werden.
Wie wird Capoeira auf den Straßen von Olinda gespielt?
In Olinda erlebten wir Capoeira nicht nur in Academias, sondern vor allem auf der Straße.
Bei einer Straßenroda der Gruppe Capoeira Malta unter Mestre Nenem konnten wir gemeinsam mit Mestre Dedé spielen, Musik machen und erleben, wie selbstverständlich Capoeira Teil des öffentlichen Lebens sein kann.
Gerade diese Straßen-Rodas zeigen eine Seite der Capoeira, die sich nur schwer in einer Trainingshalle vermitteln lässt.
Die Roda entsteht aus dem Zusammenspiel von Musik, Bewegung, Rhythmus und Gemeinschaft.
Welche brasilianischen Musikstile haben wir in Olinda erlebt?
Die Musik begleitete uns in Olinda praktisch überall.
Auf den Straßen erklangen Rodas de Coco, Samba und andere traditionelle Rhythmen. Wir tanzten Samba im Preto Velho und konnten sogar Karnevalsproben erleben.
Überall Musik. Überall Bewegung.
Und immer wieder Menschen, die zusammenkommen, um zu spielen, zu tanzen, zu singen und ihre Kultur gemeinsam zu leben.
Was haben wir von unserer Capoeira-Reise nach Brasilien mitgenommen?
Vier Wochen Brasilien haben uns zahlreiche neue Eindrücke und Impulse für unser eigenes Capoeira-Training gegeben.
Wir haben an verschiedenen Orten trainiert, unterschiedliche Traditionen kennengelernt und mit Menschen gespielt, die ihre Capoeira auf ganz eigene Weise leben.
Von Rio de Janeiro über Itacaré und Salvador bis nach Olinda wurde unsere Reise immer mehr zu einer Reise zu den Wurzeln der Capoeira.
Dabei haben wir einmal mehr gelernt:
Capoeira kann man nicht allein in einer Trainingshalle verstehen.
Man muss sie hören, wenn das Berimbau erklingt.
Man muss sie erleben, wenn sich spontan eine Roda auf der Straße bildet.
Man muss den Rhythmus der Musik spüren, den Geschichten zuhören und den Menschen begegnen, die diese Tradition weitertragen.
Was bedeutet die Reise für unser Capoeira-Training in Stuttgart und Ravensburg?
Mit vielen Erinnerungen, neuen Freundschaften und neuen Impulsen für unser Training sind wir schließlich nach Deutschland zurückgekehrt.
Und natürlich bringen wir etwas von dieser Reise mit zurück in unsere Trainingsgruppen.
Nach Stuttgart und Ravensburg. In unsere Rodas, in unsere Musik und in unser gemeinsames Training.
Denn Capoeira lebt davon, dass Wissen, Musik, Bewegung und Geschichten von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden.
Genau diese Verbindung möchten wir auch bei Arte Nacional Capoeira Stuttgart und beim Capoeira in Ravensburg weiterleben.
Vier Wochen Brasilien – vier Wochen Capoeira
Eine Reise zu den Wurzeln.
Eine Reise voller Musik, Bewegung und Begegnungen.
Und eine Reise, die für uns noch lange nicht zu Ende ist.
Axé! Instrutora Porcelana und Instrutor Raio (Arte Nacional Capoeira Ravensburg)




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